Ich weiss, viele würden das anders handhaben, aber ich bin
ja ohnehin nicht wie viele…
Deshalb hier – für Alle die es interessiert – eine kurze
Erklärung was derzeit los ist und was in näherer Zukunft zu erwarten ist – dann
kann keiner sagen er wäre nicht gewarnt worden ;)
Wie manchem bekannt, hatte ich vergangenen Montag die Freude
meinen Wurmfortsatz am Blinddarm entfernen zu lassen. Das ging ziemlich flott,
ich kämpfe noch etwas mit den Nachwirkungen, aber grundsätzlich ist das Alles
gut gegangen – Routine halt.
Was nicht so Routine war, war die Unregelmäßigkeit die in
meinem EKG auftauchte. Bisher hatte ich EKG erst ein Mal, als ich 2006 meine Hand operiert
bekommen habe und da gab es keine Auffälligkeiten. Dieses Mal aber zeigte das
EKG das nach jeder Systole noch ein extra Ausschlag nach oben zu sehen ist.
Bigeminus heisst das, erklärte die niedliche Medizinstudentin im Praxisjahr
mir. Und nicht allzu oft anzutreffen – na wenigstens einer war begeistert. Wer
mehr wissen will – hier wird weitergeholfen http://de.wikipedia.org/wiki/Bigeminus
Fakt ist – ich hatte eine Herzrhythmusstörung – nicht unbedingt
das, was ich mir so wünsche. Nun gut, ich war ohnehin im Krankenhaus, da konnte
ich auch 24h EKG machen – was die Bigeminusgeschichte bestätigte – schön regelmäßig
nach jedem Schlag kommt ein zweiter – muss ja seine Ordnung haben. Tja, die
Ergebnisse gefielen den Chefkardiologen nicht denn „das ist für einen Menschen
in dem Alter kein gutes Zeichen“ – also durfte ich mir noch den Spaß eines
Herzultraschalls geben. Und dann wurde es richtig nett – nicht genug dass der
Doppelschlag da war – nein, ich habe auch eine vergrößerte Herzkammer, eine
Leistung von nur noch 60% und zum krönenden Abschluss zwei nicht mehr richtig
funktionierende Herzklappen. Eine wohl so dass man es noch unter Beobachtung
halten könnte, die andere schon auf Grad 3 von 4 – also nicht mehr ignorierbar.
Noch kompensiert das mein Herz, aber irgendwann kann es das nicht mehr und wird
ganz kollabieren – ein nicht allzu erstrebenswerter Umstand. Also – face the
fact – ich brauche zwei neue Herzklappen.
Traumhaftes Ergebnis für jemand mit 31, der Sport macht und
dabei nicht die kleinste Beschwerde hat. In
Folge dessen habe ich Ende Januar einen Herz MRT Termin und im Februar
ein Belastungs-EKG und dann wird genau entschieden was wann gemacht wird. Bis
dahin nehme ich Betablocker und darf mir möglichst keine Sorgen machen…
Fakt ist – das geht nicht. Ich bin vielleicht ein
Sonnenschein, aber auch mich erdet so eine Diagnose mehr als gründlich. Davon
abgesehen das ich derzeit nichts planen kann – keinen Familienurlaub, kein
Con-Besuch, und so weiter kommt die Erkenntnis das ich im nächsten halben Jahr
eine Operation am Herzen haben werde nicht so gut an. Und auch ich kann so
Gedanken wie „Ich würde mein Kind gern aufwachsen sehen“ oder „Wer weiß ob das
mein letztes Weihnachten ist“ nicht ausschalten – sie kommen einfach. Und ich
habe eine Scheißangst.
Ja ich weiß, die Technik ist sehr weit heute, ich kann froh
sein das es früh gefunden wurde, es könnte viel schlimmer sein, mit 31 ist die
Chance das es gut geht viel höher als mit 70 etc pp. Das ist mir auch Alles
bewusst, aber dennoch steht mir ein Eingriff bevor, bei dem eine Zeitlang eine
Maschine die Arbeit meiner Lungen und meines Herzens übernimmt und das ist
einfach nur beängstigend.
Warum ich euch das Alles so breit erzähle? Das hat mehrere
Gründe. Zum Einen weiß ich das stille Post selten gut funktioniert – ich kenn den
Schwager, der Freundin der Kollegin… Ihr wisst was ich meine. Da schreib ich
lieber selber was Phase ist und gut. Zweitens beeinflusst der ganze Schlamassel
samt Medikamenten natürlich schon mein Leben – ich merke dass ich derzeit wegen
jedem Mist traurig werde und auch sehr sehr nah am Wasser gebaut bin. Die
Betablocker drücken meinen Puls in Regionen jenseits von Gut und Böse und
schnell mal früh aus dem Bett hopsen ist eher nicht drin. Keine Ahnung wie sich
das auf Arbeit etc auswirken wird – aber so wisst ihr wenigstens Bescheid wenn
ich mal übertrieben sensibel auf etwas reagiere oder unkonzentriert bin. Und
Drittens ist es natürlich besser, wenn möglichst mein ganzes Umfeld Bescheid weiß
– sollte ich doch Mal umkippen oder was auch immer. Kein Notarzt wird bei einer
31 jährigen Frau zu aller erst an Herzprobleme denken und manchmal kommt es ja
auf Minuten an. Wenn so zumindest irgendeiner im Kopf hat „Ja, die Maria hat
was mit dem Herz und nimmt auch so Medikamente“, dann ist das auf jeden Fall
nicht kontraproduktiv.
Irgendwie wird das schon Alles werden, aber alleine schon
das Warten auf den MRT Termin macht mich kirre. So, und nun wisst ihr
wenigstens Bescheid und ich muss es auch nicht noch 30 Mal einzeln erklären,
das strapaziert auf Dauer auch.
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