Dienstag, 10. März 2015

Gelesen: Der böse Ort, Ben Aaronovitch

 

Die Fakten

Titel:   Der böse Ort
Autor: Ben Aaronovitch
Verlag: dtv
Genre: Fantasy
Seitenzahl: 400
Erscheinungsdatum:  01.05.2014
Gelesen: 06.03. - 08.03.2015
Bewertung in meinem Buchtagebuch: 5/5

Meine Meinung

Im 4. Buch der Peter Grant Reihe beschäftigen wir uns mit einigen mysteriösen Mordfällen, die auf den Erzfeind Nr. 1 - den Gesichtslosen schließen lassen.
Nur das plötzlich an mehreren Ecken Tote auftauchen, die kaum zu erklären sind - ein glücklicher Mann begeht wie ferngesteuert Selbstmord, ein Anderer hat einen Autounfall durch den man auf die Spur eines Mordes ohne Motiv kommt, ein weiterer Verdächtiger versucht ein wertvolles magisches Buch aus der Weißen Bibliothek zu Weimar zu verkaufen und wird später von Peter gefunden - gekocht durch seine von innen brennenden Knochen.
Alles höchst mysteriös und alles mit einem schon verstorbenen Architekten verknüpft, der sich in Highgate Hill ein Haus gebaut hat um sein größtes Werk - den Sozialwohnbaublock "Sky Gardens" zu betrachten.
In eben den ziehen Peter und Lesley um Undercover zu arbeiten.
Sie treffen auf die üblichen Nachbarn solcher Blocks - die Matrone samt Hehlersohn, die gefallene Prinzessin, den Aktivisten. Gleichzeitig versuchen die beiden als Art Köder für den Gesichtslosen zu arbeiten.
Wir treffen auf Nymphen, erfahren das es auch in Väterchen Russland noch Praktizierende gibt und eine dieser "Nachthexen" in London lebt, nehmen an einem Frühlingscour von Vater und Mutter Themse samt peinlichem, männlichen Wettbewerb teil und entdecken das Peters Faible für Architektur sehr groß ist. Nightingale darf endlich ein Mal in volle Fahrt kommen und am Ende erwartet uns eine noch größere Überraschung - Peter schafft es, dem Gesichtslosen gegenüber zu stehen und ihm die Maske abzunehmen...


An vielen Stellen dieses Buches habe ich herzhaft lachen müssen, Peters Kommentare sind zum Teil so bissig und aus dem Leben gegriffen. Beispiel gefällig?


"...und eine Sekunde lang spürte ich, wie der Wind mich hob, fühlte grenzenlose Freude, dem ständigen Zug der Erde entkommen zu sein - frei zu sei.
Dann kriegte ich von der Erde eins in die Fresse...."

"...Wird diese Schwingung zu groß, kann sie leicht die strukturelle Stabilität überschreiten, und handelt es sich um sozialen Wohnungsbau, hat man im Nu ein Betonsandwich mit pürierter Bewohnerfüllung."

"...Mir war klar, dass ich bei einem Angriff von nicht so großem Nutzen wäre wie Thomas „Oh, sorry, war das ihr Tiger-Panzer?“ Nightingale...."


Gerade das letzte muss man sich im Kopf mit Oberschicht-Gehabe und Tweedanzug vorstellen - Nightingale ist einfach der Beste.


Fazit
Das Buch hat mich sehr gefesselt und ich habe auch nur ein Wochenende gebraucht um es zu beenden. Im letzten Drittel wurde mir klar - wir werden den Gesichtslosen wohl nicht fassen, dafür reicht der Platz nicht mehr. Doch ich wurde eines besseren belehrt - nur um dann auf den letzten 10 Seiten in akute "Was zum Teufel?!" und "Figur XXX kam mir eh schon immer suspekt vor!" Ausbrüche zu verfallen.
Die Tatsache, dass ich bis September warten muss, bis Band 5 - Fingerhut-Sommer - erscheint, finde ich gerade ziemlich blöd. Weil ich wissen will, wie es weitergeht. Ich könnte mir jetzt die englische Version kaufen - Foxglove Summer- bin mir aber nicht sicher ob ich mittendrin noch umsteigen will.