Donnerstag, 10. Juli 2014

Making of SMAUG - Teil 3 - der Drachenkörper

Der Körper von Smaug stellte eine größere Herausforderung dar als der Kopf. Er sollte sich um mich "ringeln", dabei aber stabil sein und möglichst auch noch leicht zu transportieren. Er durfte nicht zu viel wiegen - schließlich wollte ich ihn den ganzen Tag tragen und die Erfahrung vom "Blue Fairy" Kostüm letztes Jahr hatten mir gezeigt - keine ausladenden Flügel. Oder wenn dann nur auf einer Seite - sonst wird das Laufen in der Masse seeeeehr anstrengend.
Die mehrteilige Idee funktionierte irgendwie nicht und die Zeit wurde langsam knapp bis mir die Idee kam:

Smaugs Körper wurde aus einer Poolnudel geformt.
Diese ließ sich mit dem Heißluftföhn schon Mal etwas auf Form bringen. Leicht war sie auch.

Nächster Kopfzerbrechen Punkt - wie modelliere ich die Schuppen? Malen ist nicht meine 100% Stärke und jede Schuppe per Hand modellieren? *ugh* 
Auch hier kam irgendwann der Geistesblitz und ich begann Schuppen auszuschneiden - aus 12-er Milch/Saftpappen. Ihr wisst schon, die Dinger wo 12 Tetrapacks drin sind. 
  • Gibt es in unserem Haushalt reichlich. 
  • Sind kostenlos. 
  • Die Stärke ist gut um sich abzuzeichnen und
  •  man kann sie gerade noch so per Hand schneiden - auch wenn es mehrere Abende dauerte - aber man kann ja nebenbei ein paar Staffeln Serie kucken.
Geschnitten habe ich 2 Größen - Gesamt über 1200 Stück - ich sag ja es dauerte etwas ;)


Die Schuppen kamen dann mit Heißkleber an die Poolnudel - ich liebe Heißkleber immer wieder!
Der sich verjüngende Schwanz wurde aus mehreren Klopapier/Küchenrollen Innenrollen erstellt.



 Hier sieht man 1. die schöne blaue Poolnudel und 2. den Anfang des nächsten Schrittes.


Nächster Schritt - Überziehen des komplett bezogenen Körpers mit Worbla. Wie üblich mit der Heißluftpistole und einem stumpfen Bastelmesser zum Konturen ausarbeiten.






Hier ist der Kopf schon angebracht und Smaug "parkt" auf Inge, meiner Schneiderpuppe.


Und natürlich muss ab und zu getestet werden, wie er sitzt.
Das Kleid war um ehrlich zu sein zu dem Zeitpunkt noch nicht ganz fertig, da ich auch nicht eingesehen habe, die Stellen unter Smaugs Körper mit Münzen zu bekleben - aber man arbeitet bei solchen Kostümen glaube ich immer an 3 Stellen gleichzeitig. (Nicht zu reden vom kreativen Chaos und Dís Schulterpolstern im Hintergrund ;) )


Ja, dann brauchte der Gute endlich Farbe - also erst ein Mal komplett mit Schwarz grundieren. Im März war dann schon schönes Wetter und ich konnte diese Arbeit zum Teil auf dem Balkon erledigen - und habe das Kind zum Ostereier-Anmalen inspiriert - soo schön wenn man gemeinsame Hobbies hat *zwinker*
  


Natürlich will ich Leni's Ergebnisse nicht unterschlagen - sind sie nicht schön geworden?


So, ja, Smaug -  da war er nun schwarz - sieht schon etwas ähm bedrohlicher aus der Gute.
Die Form mag seltsam aussehen, liegt aber einfach daran, dass er um mich rum muss und das durch "reinschlüpfen" und dennoch gut sitzen soll.


Er wird ja als rot-goldener Drache beschrieben, also musste die Farbgebung sein. Seinen gold- und edelsteinverkrusteten Bauch konnte ich mir ja auch sparen, da der ja an den Schatz (also mich) geschmiegt war.
Also habe ich einfach die Schuppen mit Rot und Gold akzentuiert - klingt leicht, dauert aber auch seine Zeit bis man an jeder Stelle war.
Falls sich jemand wundert - nein ich habe das Worbla nicht grundiert oder behandelt, bei den Drachenschuppen fand ich eine raue Oberfläche sehr passend.




Jetzt fehlten noch Flügel und Beine. Auch hier war die erste Idee, die Flügel abnehmbar zu gestalten, allerdings bin ich irgendwie gescheitert. Ich habe sie zwar anschrauben können, sie waren aber zu wackelig, also wurde die Basis doch mit Worbla verstärkt.  Dann also doch fest. Noch eine Komponente beim An/Ausziehen zu beachten *seufz*



Arme sind aus Moosgummirollen und Worbla, Krallen haben einen Drahtkern.



 
 Vorlage der Form


Die ersten Flügel waren etwas zu klein geraten - es sah aus wie ein Meerschwein mit Schmetterlingsflügel (rein methaphorisch gesehen jetzt ;) )

Ganz genau genommen sind mir die Flügel immer noch viel zu klein von den Proportionen, aber ich musste hier einfach Kompromisse aufgrund von Transport und Tragbarkeit machen.



Die Flügel sind Mal wieder nur Pappe (und das Einzige mit dem ich wirklich nicht zufrieden war)

Mit Plusterpen die "Äderung" aufgetragen, schwarz grundiert, Gold/rot akzentuiert, Cracling Farbe für Struktur aufgetragen und die vorbereiteten Arme angebracht. Pille-Palle quasi.









Und dann fehlten ja eigentlich nur noch die Beine - das war dann schon wieder entspannend *räusper*
Sie sind wie die Arme gemacht und mit Struktur versehen vorm Bemalen.




Ja und dann gab es auch schon irgendwann sehr spät abends Mal wieder eine endgültige Probe *freu*
Ich habe ihn noch ein Mal mit Klarlack überzogen und dann war er auch schon fertig.


Preise - der Körper war (vom Worbla abgesehen) erstaunlich billig

  • Poolnudel hatte ich da - geschätzt 5€
  • Pappe kostenlos
  • Frabe und Heißleim ca 7€
  • Schrauben 3€
  • Klarlack am Ende 3€
  • Worbla - ca. 40€

(und auch wenn das garantiert etwas hervorsticht - ab damit zu RUMS)



Teil 2 - der Drachenkopf
Teil 3 - der Körper